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Alexander Ehrmanns Apothekertipps

Mythos Eisen

 

Im menschliche Körper finden wir etwa 3 bis 5 Gramm Eisen. Der größte Teil davon befindet sich im roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin. Eisen ist darüber hinaus ein wichtiger Bestandteil zahlreicher Enzyme und Eiweißstoffe.

Eisen ist ein sehr kritischer Nährstoff. In der Nahrung kommt Eisen nämlich meistens in einer Form vor, die der Körper nicht oder nur schlecht aufnehmen und verwerten kann. Deshalb gelangen maximal 10 % der mit der Nahrung aufgenommenen Eisenmenge tatsächlich ins Blut.

Da der Körper nur sehr kleine Eisenmengen speichern kann, ist er ständig auf den Nachschub mit der Nahrung angewiesen. Eisenmangel gilt deshalb auch als der häufigste ernährungsbedingte Mangelzustand im menschlichen Körper. Etwa jedes dritte Kind und jede zehnte Frau leidet unter Eisenmangel. Frauen sind aufgrund der Menstruation und einer prinzipiell fleischärmeren Ernährung etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Eisen aus Fleisch können wir leichter verarbeiten als z. B. aus Salat und Gemüse. Das liegt daran, dass im Fleisch ein Großteil des Eisens im Hämoglobin, also im roten Blutfarbstoff, gebunden ist – genauso wie beim Menschen. Bei pflanzlichen Lebensmitteln ist das Eisen jedoch für den Körper weit schwieriger zu verarbeiten. Spinat beispielsweise galt lange als der Eisenlieferant schlechthin. Der Physiologe Gustav von Bunge hatte 1890 korrekt den Eisengehalt von 100 Gramm Spinat mit 35 Milligramm bestimmt. Allerdings untersucht er getrockneten Spinat, der zehnmal so viel Eisen enthält wie die gleiche Menge frischen Krautes. Dass hier aber Konzentrat mit Frischware verglichen wurde, geriet bald schon in Vergessenheit: Der Mythos vom Gemüse, mit dem sich Mangelerscheinungen ausmerzen lassen, ging um den Globus – und lebt teilweise immer noch fort.

Einen Eisenmangel erkennt man oft schon am Erscheinungsbild. Der/die Betroffene sieht blass aus, ist extrem müde, hat häufig trockene Haut, verstärkten Haarausfall und spröde, brüchige Fingernägel, gelegentlich auch Einrisse in den Schleimhäuten. Durch den Eisenmangel ist der gesamte Körper geschwächt.

Die Substitution von Eisen sollte allerdings nie ohne eine vorherige labordiagnostische Blutuntersuchung passieren. Kalzium, Magnesium sowie bestimmte Stoffe, die zum Beispiel in manchen Hülsenfrüchten oder Getreide enthalten sind, hemmen die Aufnahme von Eisen im Darm. Durch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C lässt sich die Eisenaufnahme jedoch unterstützen und die Wirkung der Hemmstoffe abschwächen. Ideal sind daher Mahlzeiten, die eisenhaltige Lebensmittel beispielsweise mit Paprika, Kartoffeln oder Säften kombinieren.

Lebensmittel, die besonders viel Eisen enthalten, sind unter anderem Schweineleber, Weizenkeime, Kürbiskerne und Sesam.
 


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